Männlichkeit begleiten

Prozessbegleitung in Organisationen und Diskursförderung

Sie möchten in ihrer Organisation oder Community einen Prozess zu Geschlechterthemen und Männlichkeit anstoßen oder einen vorhandenen Prozess vorantreiben? Ich halte das für eine wichtige Aufgabe und unterstütze Organisationen gerne dabei, einen lebendigen und hilfreichen Diskurs zu Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit aufzubauen.

  • Auch wenn Edukation und Wissensvermittlung ebenso Teil der Tätigkeit sind, spielen sie bei dieser Arbeit nicht die Hauptrolle. Hier geht es vor allem darum, Männer miteinander ins Gespräch zu bringen und ihnen Gelegenheit zur persönlichen Auseinandersetzung mit Geschlechterthemen zu geben. Das Ziel ist Diskursförderung: Bridging statt Breaking. Es geht um Brückenbau über bisherige Grenzen des Schweigens hinweg, sodass Chancen und Potenziale sich eröffnen, neue Wege zu gehen und bestehende  Konflikte aufzulösen.

    Auch wenn sich die Prozessbegleitung an Werten der Geschlechtergerechtigkeit orientiert, ist das Ziel  nicht das Durchsetzen einer konkreten Geschlechterpolitik. Es geht vielmehr darum, Männer zu motivieren und sprechfähig zu machen, damit ein funktionierender Diskurs erst möglich wird.

    Daher ist ein wesentlicher Teil der Arbeit interner Netzwerkaufbau und die Zusammenarbeit, Schulung und Begleitung männlicher Facilitators, die als Mitarbeitende Impulse in Organisationen selbst übernehmen und eigenständig durch- und fortführen. Ich habe hierzu gemeinsam mit meinem Kollegen Markus Theunert (Generalsekretär des Dachverbands Schweizer Männer- und Väterorganisationen, männer.ch) ein Konzept erarbeitet. Kontaktieren Sie mich gerne!

  • Ein gutes Zusammenleben sowie eine produktive Zusammenarbeit gelingen nur durch gegenseitiges Verständnis: idealerweise sollten dafür alle am Diskurs teilnehmen und ihre Perspektiven einbringen.

    Aktuell ist diese Voraussetzung jedoch nicht gegeben. Ob es um interne Schulungen in Organisationen geht oder um öffentliche Diskussionen: Meist zeigt sich, dass Männer nur in geringer Zahl zu den Teilnehmenden zählen, wenn es um Geschlechterthemen geht. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits gehört es zur männlichen Sozialisation selbst, sich über Geschlechterthemen nicht auszutauschen. Die meisten Männer bleiben mit dem Thema für sich. Dazu kommen Unsicherheiten und Ängste: "Wie verhält man sich am besten bei diesem heiklen Thema als Mann? Geht es darum, Männer schlechtzumachen?" Bislang gelingt es nur selten, eine Mehrheit von Männern so zu adressieren, dass sie sich angesprochen fühlen. Das hat zur Konsequenz, dass Männer als dringend benötigte Akteure des Wandels nicht erreicht werden und führt verständlicherweise zu Frustration. Denn ein wirklicher Wandel geschieht nur gemeinsam: ohne Männer wird es nicht gehen.

    Darüber hinaus entstehen für Männer selbst große Nachteile. Denn eine Perspektive männlicher Lebenslagen und Gleichstellungsthemen wird auf diese Weise nicht in den Diskurs eingebracht. Das betrifft Themen wie Vaterschaft im Beruf, Gesundheit für Männer oder Selbstsorge. Dieses fehlende Verständnis zwischen Geschlechtern ist oft Quelle von untergründigen Konflikten, die Arbeitsprozesse verhindern können und bei anderen Herangehensweisen vermieden werden können.

    Das Problem ist, dass es zwar viele Anforderungen an modernes Mannsein gibt, jedoch wenig soziale Räume, in denen Männern die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und eine Erprobung progressiven Mannseins gegeben wird. Daher lohnt sich das Einrichten solcher Räume. Meine Arbeit hat mir bislang gezeigt: der Bedarf von Männern zum Austausch ist groß und es kann viel bewirkt werden!

“Men at Work”

Ein Beispiel für Prozessbegleitung aus der GIZ

Ein Beispiel für eine Prozessbegleitung ist meine Arbeit für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren habe ich gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten und der internen psychosozialen Beratungsstelle und einem Kollegen in verschiedenen Phasen einen Prozess angestoßen, der gezielt männliche Mitarbeiter anspricht. Dabei handelt es sich ein Projekt mit organisationsinternen Austauschgruppe für Männer als Foren zu Männlichkeit, Gesundheit und Arbeit. Dabei sind beispielhaft verschiedene Phasen zu unterscheiden:

Vorphase: Konzeptualisierung des Programms gemeinsam mit dem Team

Welchen Charakter soll das Projekt haben? Welchen Rahmen solle die Austauschgruppen haben und wie häufig sollen sie stattfinden? Wie lassen sich die Mitarbeitenden erreichen?

Pilotierung der Austauschforen (9 Monate)

Testphase mit Austauschforen als freiwilligem Angebot für männliche Mitarbeiter. Diese werden als kleine Events mit thematischem Framing und kurzen Inputs zu Beginn durchgeführt. Die Themen werden dabei mit ihnen gemeinsam gesammelt und von Sitzung zu Sitzung weiterentwickelt. Das Ziel ist dabei: Männer ins Gespräch zu bringen.

Wrap-Up: Große Veranstaltung für alle Geschlechter offen

Diskussion der Notwendigkeit von Austauschforen und Präsentation der Learnings und gesammelten Erkenntnisse. Main Learning: Der Bedarf bei den männlichen Mitarbeitern ist vorhanden!

Regionalisierung & Fortführung der deutschsprachigen Austauschforen

Ausweitung des Angebots auf anderen Sprachen und in anderen Weltregionen. Dafür Netzwerkaufbau innerhalb der Organisation: Es werden Facilitators gesucht, die selbst Austauschforen in ihrem jeweiligen Landeskontext durchführen möchten.

Intervision und Schulung der Facilitators

Vernetzung der Facilitators in gemeinsamen Kurzworkshops, die in den Arbeitsalltag gut integrierbar sind. Grundlagenschulung mit dem Ziel, selbst Austauschforen durchzuführen. Unterstützung in der Vorbereitung.

Befähigung zur selbstständigen Übernahme: Verfassen eines internen Leitfadens

Verfassen eines internen Leitfadens mit Hintergrundwissen zu Geschlechterthemen und Männlichkeit, sowie praktischen Hinweisen zur Durchführung der Austauschforen und inhaltlichen Beispielthemen sowie Learnings.