
Bridging the Gap – Engaging Men
Männlichkeiten und Geschlechtergerechtigkeit
Beratung I Prozessbegleitung I Trainings
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Warum geschlechterreflektierte Männerarbeit? – weil sie als Säule gesellschaftlichen Brückenbaus und sozialen Zusammenhalts benötigt wird.
Hinsichtlich Geschlechtergerechtigkeit gibt es viele Positionen und noch mehr Herausforderungen. Während viele Menschen meinen, Fortschritt und Zusammenhalt regelten sich mit der Zeit von alleine, weisen empirische Untersuchungen auf das Gegenteil hin (z.B. Wippermann, 2023) – wir leben in Zeiten paralleler Polarisierung:
Während sich ein Teil der Gesellschaft einsetzt für eine gerechte Modernisierung von Geschlechterrollen, versucht ein anderer Teil, traditionalistische Geschlechterrollen zu reaktivieren. In der Mitte stehen Gruppen, denen Geschlechtergleichstellung zwar wichtig ist, jedoch oft die Orientierung fehlt in dieser Gemengelage. Das betrifft auch und besonders Männer. In meiner Arbeit geht es um die Integration von Männern in die Geschlechterdebatte und einen Aufruf an Männer zur Beschäftigung mit Geschlechterthemen.
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Ein gutes Zusammenleben sowie eine produktive Zusammenarbeit gelingen nur durch gegenseitiges Verständnis: idealerweise sollten dafür alle am Diskurs teilnehmen und ihre Perspektiven einbringen. Aktuell ist diese Voraussetzung jedoch nicht gegeben. Ob es um interne Schulungen in Organisationen geht oder um öffentliche Diskussionen: Meist zeigt sich, dass Männer nur in geringer Zahl teilnehmen, wenn es um Themen der Geschlechtergerechtigkeit geht geht.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits gehört es zur männlichen Sozialisation selbst, sich über Geschlechterthemen nicht persönlich auszutauschen. Die meisten Männer bleiben mit dem Thema für sich. Dazu kommen Unsicherheiten und Ängste. Bislang geschieht es nur selten, dass Männer sich angesprochen fühlen und selbst tätig werden. Das hat zur Konsequenz, dass Männer als dringend benötigte Akteure des Wandels nicht erreicht werden und führt verständlicherweise zu Frustration, aber auch zu viel Offenheit. Denn ein wirklicher Wandel kann nur gemeinsam geschehen. Männer werden hier dringend gebraucht.
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Männer sollen sich verändern. Aber eigentlich sollen sie schon längst da sein. Dennoch sollen sie auch einen Zugang zu sich im Hier und Jetzt haben. Und sie sollen das alleine schaffen. Aber nicht denken, sie könnten alles immer nur alleine lösen. Sie sollen mit ihren Gefühlen umgehen, einfühlsame Partner sein. Sie sollen auch mal weinen. Aber bitte nicht jammern und erst recht nicht rumheulen. Sie sollen gute Väter sein: fürsorglich und involviert. Zugleich ist berufliche Leistung noch immer Definitionsmerkmal für Männlichkeit. Und bitte nicht in alten Stereotypen denken, neue Wege gehen. Aber dennoch bitte männlich bleiben.
Männer sind heutzutage Adressaten vieler widersprüchlicher Anforderungen. Während traditionelle Männlichkeitsnormen zunehmend problematisiert und durch neue Normen ersetzt werden, haben die alten Normen ihre Wirksamkeit noch immer nicht verloren. Das führt zu Verwirrung und inneren Spannungen, in denen Männer und Jungen sich heutzutage oft befinden. Diese Widersprüche lassen sich nicht einfach auflösen. Sie sind Teil gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Doch man kann Jungen und Männer auf ihrem Weg unterstützen: Denn es gibt zwar viele Anforderungen an Jungen und Männer, jedoch wenig soziale Räume, in denen ihnen die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und eine Erprobung progressiven Mannseins gegeben wird. Hier setzt meine Arbeit an. Und sie hat mir bislang gezeigt: der Bedarf von Männern zum Austausch ist groß!

Was ich anbiete
Männlichkeit thematisieren
Workshops und Vorträge
Edukative Ebene - hier geht es um die Thematisierung von Männlichkeit und Geschlechternormen sowie die persönliche Auseinandersetzung mit Geschlechterthemen in Bildungsangeboten für Menschen in Institutionen. Dabei kann es sowohl themenspezifische Fokussierungen geben als auch Fokussierung auf spezifische Kontexte, Institutionen und Communities, in denen das Thema für Sie relevant wird.
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Männlichkeit begleiten
Prozessbegleitung
Diskursive Ebene - Sie möchten in ihrer Organisation einen Prozess zu Geschlechterthemen und Männlichkeit anstoßen oder einen vorhandenen Prozess vorantreiben? Hier geht es darum, den Geschlechterdiskurs zu fördern und Männer in ihrer Organisation dazu zu befähigen, als Facilitators einen Prozess selbst zu übernehmen. Das Ziel ist Diskursförderung: Männer miteinander ins Gespräch bringen und in den Geschlechterdiskurs integrieren.
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Männlichkeit besprechen
Beratung und Fachgespräche
Dialogische Ebene - Sie möchten Beratung und eine externe Perspektive zum Thema Männlichkeit in Ihrer Arbeit? Oder möchten Sie selbst eine persönliche Beratung für Ihre eigene Auseinandersetzung mit dem Thema, z.B. als Führungskraft? Hier geht es darum zu Männlichkeit und Geschlechternormen zu beraten - ob persönlich oder in Prozessen von Organisationen. Auch konzeptuelle Arbeiten zu Männlichkeit biete ich an.
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Bridging the Gap - Engaging Men
There are many gaps in gender justice that need urgent bridging – e.g. the Gender Pay Gap or the Gender Pension Gap. But there´s a gap that many do not speak about and even less seem to act on it. It´s a gap in involvement. A gap in political discourse. A gap between feminist policy programms and the lived policies within the organisations and communities. It concerns men.
I invite you to bridge the gap.
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Meine Arbeit
Wir leben in polarisierenden Zeiten, in denen es verschiedene Positionen zum Thema Geschlecht gibt. In meiner Arbeit verwehre ich mich sowohl antifeministischen Positionen als auch solchen, die Männer auf undifferenzierte Weise pauschal abwerten. In meiner Arbeit geht es mir weder darum Männer ausschließlich zu „umarmen“ noch sie ausschließlich zu problematisieren. Stattdessen ist es mir wichtig, die große Mehrheit der Männer anzusprechen, die sich an keinem der beiden Pole befindet und mit diesen ebenso locker wie ernsthaft ins Gespräch zu kommen und sie in der Auseinandersetzung mit Geschlechterthemen zu unterstützen. Dabei halte ich kritische Töne für notwendig. Unterstützende Töne ebenso.
Ich selbst
Auch selbst habe ich Haltungen zum Thema Geschlecht. Diese werde ich in meiner Beratung weder verstecken noch aufzwingen. Sicher werde ich Gründe darlegen, die meiner Ansicht nach für diese Perspektiven sprechen. Welchen Weg jedoch meine Gegenüber wählen, ist ihnen selbst überlassen.
Zum einen stehe ich für eine Haltung der Geschlechtergerechtigkeit: Es geht um gleiche Teilhabe aller Geschlechter an allen Lebensbereichen unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität. Ich spreche mich zudem aus gegen Diskriminierung und Gewalt. Dabei geht es mir nicht nur um abstrakte Anerkennung von Rechten. Ich begreife Perspektiven und Erfahrungen von FLINTA-Personen (wenn Sie diesen Begriff nicht kennen, ist das nicht schlimm. Er bedeutet: Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nichtbinäre, trans und agender Personen - also jene, die im Patriarchat Diskriminierungserfahrungen erleben) und queeren Männern ausdrücklich als besonders wertvoll und wertzuschätzen. Ich habe hier selbst bereits viel lernen können - auf Nachfrage gebe ich gerne Hinweise!
In einer Gesellschaft, in der rassistische Stereotypen strukturell wirksam sind, gilt dies ebenso für jegliche Gruppen, die diesbezüglich Diskriminierung erfahren. Insbesondere vor dem Hintergrund meines eigenen Weißseins ist mir selbst wichtig beim Thema Geschlecht intersektionalistische Perspektiven und eine Perspektive der Critical Race Theory einzunehmen..
Andere kulturelle Faktoren spielen auch eine Rolle beim Thema Geschlecht, wie die Verbindung zwischen Geschlecht und Religion. In den interkulturellen Feldern, in denen ich arbeite, ist das ein wichtiges Thema. Bewusstsein für Diversität und Dialog ist mir hier wichtig.
Letztlich - und das ist mir das Wichtigste - begreife ich mich selbst nicht als jemanden, der zu all diesen Themen selber fehlerfrei und wissend ist. Stimmen, die behaupten, sie wüssten genau, wie Mannsein geht, kommen mir suspekt vor. Wie alle anderen Menschen auch befinde ich mich auf dem Weg und in Entwicklung. Diesen Weg verstehe ich als Herausforderung vor allem aber als Chance neugierigen Sichausprobierens. Ich würde mich freuen, diesen Weg mit Ihnen zusammen zu beschreiten!
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Mehrjährige Erfahrung in der geschlechterreflektierten Männerarbeit in der Entwicklungszusammenarbeit und Außenpolitik auf vier verschiedenen Kontinenten
Konzepte für fachliche Trainings sowie langfristigen Organisationswandel
Akademische Expertise aus drei Fachgebieten: Psychologie, Philosophie und Politikwissenschaften
Erfahrung als Trainer in Unternehmen und Bundesministerien